David Lapoujade: Die minderen Existenzen. Étienne Souriaus Ästhetik des Virtuellen. tentare Verlag, Freising, 2024, 164 S., 14,80 €
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Das Buch: Die minderen Existenzen

Wie existieren wir? Und vor allem: Mit welchem Recht? Diese Fragen durchziehen David Lapoujades Auseinandersetzung mit dem Werk des französischen Philosophen Étienne Souriau. Er eröffnet einen neuen Blick auf die verschiedenen Weisen des Existierens – von den flüchtigsten Erscheinungen über die verachteten „minderen Existenzen“ bis hin zu den virtuellen Möglichkeiten, die nach Verwirklichung streben.
Lapoujade entwickelt daraus eine Philosophie des Existierens als Kampf um Anerkennung und Legitimität. Er zeigt: Jede Existenzweise muss ihr Recht zu existieren erst erobern und verteidigen. Dabei sind es gerade die schwächsten, prekärsten Existenzen, die am dringendsten nach einem ›Anwalt‹ verlangen – sei es in der Kunst, der Philosophie oder der Politik.
In Literatur und Kunst spürt Lapoujade den verschiedenen Strategien nach, mit denen sich marginalisierte Existenzen Gehör und Geltung verschaffen. Seine Interpretation macht Souriaus Denken für gegenwärtige Debatten um Anerkennung, Teilhabe und Pluralität fruchtbar.
Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für das Verhältnis von Ästhetik und Politik, für Fragen der Existenz und des Rechts sowie für neue Perspektiven auf die Gegenwartskunst interessieren.

Der Autor: David Lapoujade

David Lapoujade, geboren 1964, ist Professor für Philosophie an der Universität Paris-I Panthéon-Sorbonne. Er ist Autor von Deleuze, Les mouvements aberrants (Paris: Minuit, 2014) und weiterer Bücher, u.a über Empirismus und Pragmatismus, über das Werk von William James und Philip K. Dick. Als Herausgeber der posthumen Schriften von Gilles Deleuze (auf Deutsch bei Suhrkamp) hat er zuletzt veröffentlicht: Gilles Deleuze: Sur la peinture. Cours, mars-juin 1981, Paris: Minuit, 2023.